Region Mittlerer Oberrhein

 

Die Region Mittlerer Oberrhein liegt zentral im Oberrheingebiet zwischen den Ballungsräumen Frankfurt a.M. und Basel. Zusammen mit ihren Nachbarn, dem Nordelsass und der Südpfalz, bildet sie den Nordflügel der "Trinationalen Metropolregion Oberrhein". Die Regionsgrenze umfasst die Stadtkreise Karlsruhe und Baden-Baden sowie die beiden Landkreise Karlsruhe und Rastatt. Auf einer Fläche von 2.137 km2 wohnen über eine Million Menschen. Damit zählt die Region zu den am dichtesten besiedelten in Baden-Württemberg (471 EW pro km2, Stand 09/2009).

Der Naturraum ist geprägt durch eine große Landschaftsvielfalt. Auf einer Länge von rund 80 Kilometern bildet der Rhein die Westgrenze und das "Rückrat" der Region. Von seiner Funktion als internationale Wasserstraße profitiert hauptsächlich Karlsruhe mit seinen Rheinhäfen. Mit einem Gesamtumschlag von rund 6 Mio. Tonnen im Jahr 2010 gehören sie zu den bedeutendsten Binnenhäfen Europas. Ostwärts bestimmt die flache Rheinebene das Landschaftsbild, bevor sie im nördlichen Bereich in die sanften Hügel des Kraichgaus übergeht. In der Südhälfte der Region schließt sich der Schwarzwald an, der hier vereinzelt bis auf über 1.000 Meter ansteigt (Ochsenkopf 1.055 m). Der Wald bedeckt rund vierzig Prozent der Region, gefolgt von den landwirtschaftlichen Flächen (rund 37%). Die Siedlungs- und Verkehrsflächen beanspruchen knapp 20%.

Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden ist der zweitgrößte des Landes (1,2 Mio. Passagiere im Jahr 2010). Über die A5, A8 und B10/A65 ist die Region an das überörtliche Verkehrsnetz angebunden. In Karlsruhe kreuzen sich zwei europäische Schienenstrecken: Die „Magistrale für Europa“ zwischen Paris und Budapest und die Nord-Süd-Transversale zwischen Rotterdam und Genua. Die gute Verkehrsanbindung setzt sich im Karlsruher Nahverkehrssystem fort, das die gesamte Region umsteigefrei mit dem Oberzentrum Karlsruhe verbindet und mittlerweile europaweit als Vorbild dient.

Obwohl die Region bezogen auf ihre Fläche die kleinste unter den zwölf Planungsregionen des Landes ist, erwirtschaftet sie knapp 10 Prozent (rund 37 Milliarden) des BIP von Baden-Württemberg. Ende 2008 waren rund ein halbe Million Erwerbstätige gemeldet, von denen der Großteil im Dienstleistungssektor arbeitet. Bei den Produzenten sind die Hersteller von Kraftwagen, Kraftwagenteilen, elektrischen Ausrüstungen und der Maschinenbau die beschäftigungsstärksten. Forschung und Wissenschaft spielen als Arbeitgeber ebenfalls eine bedeutende Rolle. Allein das neu gegründete Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zählt 8.000 Mitarbeiter.

Dass die Region nicht nur ihren Bewohnern viel zu bieten hat, zeigen rund 2,9 Mio. Übernachtungen (2009) in den Hotels und Gasthäusern. Über eine halbe Million Gäste kamen aus dem Ausland. Zu den Attraktionen gehören der Nordschwarzwald, der Kraichgau und der grenzüberschreitende PAMINA-Rheinpark, genauso wie Baden-Baden, die Barockschlösser aber auch weltbekannte Einrichtungen wie das Karlsruher Zentrum für Kunst- und Medientechnologie oder internationale Kongresse und Ausstellungen wie die ART Karlsruhe.