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Regierungspräsidium Freiburg

 

Im staatlichen Verwaltungsaufbau des Landes Baden-Württemberg ist das Regierungspräsidium als sogenannte "Mittelbehörde mit Bündelungsfunktion" zwischen den Landrats- und Bürgermeisterämtern auf der unteren Ebene und der Regierung mit ihren Ministerien angesiedelt. Hier wirkt es in beiden Richtungen als Mittler zwischen der landesweiten politischen Führung und der ortsnahen Verwaltung. Gleichzeitig bündelt, integriert und koordiniert es alle wesentlichen Verwaltungsbereiche unter einem Dach. Chef des Regierungspräsidiums Freiburg ist Regierungspräsident Julian Würtenberger als vom Ministerpräsidenten ernannter politischer Beamter. Er sorgt für die Umsetzung der gesetzlichen Aufgaben und landespolitischen Ziele im Regierungsbezirk. Gleichzeitig vertritt er aber auch sozusagen im Gegenstromprinzip als "Anwalt der Region" die Anliegen und Interessen seines Regierungsbezirks gegenüber der Landesregierung. Er ist Partner für die Bürgerinnen und Bürger, für Politik und Wirtschaft und vermittelt zwischen den Interessen des Staates und den Erwartungen der Bürgerschaft. Dem Regierungspräsidenten unterstehen seit der Verwaltungsreform vom 01. Januar 2005 über 2200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedensten Fachrichtungen in 66 Referaten und 9 Abteilungen. Dazu kommt als Besonderheit im Land Baden-Württemberg die Stabsstelle für grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Der Regierungsbezirk Freiburg erstreckt sich im Südwesten Baden-Württembergs auf einer Fläche von rund 9.347 qkm. Im Süden und Westen grenzt er an die europäischen Nachbarn Frankreich und Schweiz. In seiner heutigen räumlichen Ausdehnung geht der Bezirk auf die in Baden-Württemberg im Jahre 1973 wirksam gewordene Verwaltungs- und Gebietsreform zurück. Diese Neuordnung bildete den Abschluss eines wechselvollen geschichtlichen Weges. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand das Großherzogtum Baden unter Einbeziehung der vorderösterreichischen Lande von der Ortenau bis zum Bodensee. Das ehemalige Baden kann auf eine liberale Tradition zurückblicken, die ihm schon früh den Ruf des "Musterländles" einbrachte. Bereits im Jahre 1818 wurde in Baden durch die neue Verfassung eine reine Volkskammer eingerichtet, die eine für die damalige Zeit sehr beachtliche Teilnahme des Volkes am Staatsleben ermöglichte. Die zwei Weltkriege zogen auch das Gebiet des heutigen Regierungsbezirks Freiburg in Mitleidenschaft. 1945 kam das Gebiet zur französischen Besatzungszone und bildete nach der Rückgabe von Verwaltungskompetenzen an deutsche Behörden 1947 das Land (Süd-)Baden. Die Bemühungen der badischen Regierung, das alte Land Baden wiederherzustellen, blieben ohne Erfolg. Stattdessen kam es im Jahre 1952 zur Bildung des Südweststaates Baden-Württemberg. Seit diesem Zeitpunkt besteht auf dem Gebiet der früheren französischen Besatzungszone in Südbaden auch das in Freiburg ansässige Regierungspräsidium, dessen Zuständigkeitsbereich durch die Gebietsreform in den 70er Jahren um die Landkreise Rottweil und Tuttlingen ergänzt wurde.