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Region Bodensee-Oberschwaben

 

Mit der Ablösung von zwanzig regionalen Planungsgemeinschaften Baden-Württembergs durch zwölf öffentlich-rechtliche Planungsverbände am 1. Januar 1973 wurde auch die Region Bodensee-Oberschwaben in ihrer heutigen Form ins Leben gerufen.

Sie liegt im äußersten Südosten Baden-Württembergs und grenzt direkt an den Freistaat Bayern sowie an die vier Nachbarregionen Donau-Iller, Hochrhein-Bodensee, Neckar-Alb und Schwarzwald-Baar-Heuberg. Gemeinsame Grenzen besitzt sie auch mit der Schweiz und Österreich; allerdings nur indirekt, d.h. über den Bodensee hinweg.

Die Region zählt heute 617.000 Einwohner auf einer Fläche von 3.500 Quadratkilometern (Stand: 30.06.2010) und ist mit einer Bevölkerungsdichte von 176 Einwohnern/km² eine der am dünnsten besiedelten des Landes.

Die drei Landkreise Bodenseekreis, Ravensburg und Sigmaringen mit ihren insgesamt 87 Städten und Gemeinden bilden die administrative Struktur der Region. Neben dem gemeinsamen Oberzentrum Friedrichshafen-Ravensburg-Weingarten verfügt die Region mit den Städten Bad Saulgau, Bad Waldsee, Leutkirch im Allgäu, Pfullendorf, Sigmaringen, Überlingen und Wangen im Allgäu über sieben Mittelzentren im ländlichen Raum.

Der Flughafen und die Messe Friedrichshafen stellen zwei bedeutende Infrastruktureinrichtungen dar. Die Wirtschaft der Region ist stark vom Produktionssektor geprägt: 43,6% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten waren dort in 2009 tätig (Baden-Württemberg: 38,6 %). Der Anteil des gesamten Dienstleistungssektors liegt mit 55,6% deutlich unter dem Landesdurchschnitt (61,1%). Obwohl auch in ihrem ländlichen Teil bedeutende Industrieunternehmen zu finden sind, weist die Region Bodensee-Oberschwaben im Verdichtungsraum Friedrichshafen-Ravensburg-Weingarten einen markanten industriellen Kern mit vielen Weltmarktführern (insbesondere im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie der Luft- und Raumfahrt) auf.

Zudem besitzt sie durch die oberschwäbischen Kur- und Bäderorte, den Naturpark Obere Donau, das württembergische Allgäu und den Bodensee national wie international einen guten Ruf als Tourismus- und Gesundheitsdestination.

Naturräumlich weist die Region eine große Vielfalt auf. Landschaftsprägend ist insbesondere der eiszeitlich überformte Voralpenraum mit vielen Seen, Mooren, Moränenwällen und Drumlinfeldern. Nacheiszeitliche Ablagerungen haben dazu geführt, dass heute landesweit bedeutsame Kiesabbaugebiete in der Region zu finden sind. Die Verkehrsinfrastruktur ist gemessen an der wirtschaftlichen Bedeutung der Region unzureichend. Sieht man von der A 96 München-Lindau im Osten der Region ab, so wird die Hauptlast der Erschließung und Anbindung an das überregionale Straßennetz von Bundesstraßen getragen, die in ihrem jetzigen Ausbaustand (in der Regel nur ein Fahrstreifen je Fahrtrichtung) meist nicht ausreichend leistungsfähig und daher überlastet sind.

Beim Schienenverkehr gehört die Region Bodensee-Oberschwaben zu den wenigen Raumordnungsregionen der Bundesrepublik, in denen kein einziger Bahnkilometer elektrifiziert ist. Dadurch ist sie teilweise vom durchgehenden überregionalen Schienenverkehr abgeschnitten.